Japan im Jahr 1936: Ein Mann führt eine sehr leidenschaftliche, sexuelle Beziehung mit einer Bediensteten. Die Geliebten gehen immer weiter in ihrer Suche nach extremen Formen der Lustbefriedigung. Dieser Film war viele Jahre verboten, er ist jetzt jedoch als Arthousefilm erhältlich.
Beurteilung: 7.5 (0-10)
Der erotische Spielfilm ‘The Realm of The Senses’ (Im Reich der Sinne) war lange Zeit verboten. Der Film beruht auf wahren Geschehnissen in Japan im Jahre 1936. Roter Faden im Film ist die sich steigernde, obsessive sexuelle Beziehung einer Prostituierten mit einem Mann, der glücklich verheiratet war, bis sie ins Haus kam. Unglaublich langsam entwickelt sich eine Beziehung, bei dem das Paar die Grenzen zwischen Genuss und Schmerzen immer weiter erkunden. Das Ende des Films ist absolut dramatisch.
Dass dieser Film 1976 so viel Aufsehen erregte, liegt wohl eher an den äußerst expliziten Aufnahmen als an überzeugenden schauspielerischen Leistungen. Im Film wird die Atmosphäre zwar sehr überzeugend dargestellt, die Beziehung zwischen diesen beiden Menschen dagegen nicht. Vielleicht aber ist es auch einfach eine Sache des unterkühlten, japanischen Temperaments.
Die leidenschaftlichen Szenen befremden eher als dass sie erotische Verbundenheit evozieren. Sogar das zuckersüße Mündchen der Schauspielerin Tatuya Fuji, das ihr Gegenüber zum Höhepunkt bringt, lässt mehr an ein Werkzeug denn an ein leidenschaftliches Spiel denken. Daran ändert sich auch im Rest des Films nichts, obwohl das Paar ein paar überraschende Einfälle hatte.
In die Handlung werden die nötigen Geishas, reichlich strömender Sake und viel japanisches Rot verarbeitet. Kurz: unbedingt sehenswert, wenn man bestehende Klischees über Japan mal alle beieinander sehen möchte, schlauer wird man allerdings nicht davon.
Der Film zeigt eine ungezügelte Libido, ein gewisses Gefühl der Machtlosigkeit und ein Verlangen das daraus entsteht. Bestimmte Filmbilder sind sehr erregend, oft aber zu kurz und gleich danach folgt die kalte Dusche. Die Leidenschaft der beiden Geliebten überzeugt, wirkt zugleich aber befremdend. Später im Film werden die Szenen extremer, es folgen Drohungen mit Messern und Würgesex. Das Ende ist grausam: nicht jeder Magen wird da standhalten können.
Es ist schwierig, diesen Film in irgendeine Kategorie einzuteilen. Richtiger BDSM ist es nicht, aber aufgrund des grausamen Charakters des Finales ist es ganz sicherlich kein Film für AnfängerInnen. Wer das Arthousegenre mag und neue Stimuli sucht, kommt hier allerdings auf seine Kosten.
The realm of the senses
Kategorie: BDSM
Regie: Nagisa Oshima, Japan 1976
Beurteilung: 7.5 (0-10)
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Kommentare
Der film ist in viele Lande verboten gewesen:
"'Empire Of The Senses' is one of the least seen and much debated movies of the Seventies. "Least seen" because in many countries, including the one I live in (Australia), it has been banned, or only available in censored versions for many years. This movie divides people - those that like it hail it as ART, those that don't dimiss it snobbishly as PORN. Both camps are fooling themselves! 'Empire Of The Senseless' is BOTH."
http://www.imdb.com/title/tt0074102/#comment