Tinto Brass zeigt mit dem Film Black Angel, der auf dem Roman ‘Senso’ von Camillo Boito beruht, wieder einmal, wieso er Meister der stilvollen Erotik genannt wird. Wie kein anderer schafft er es, die pure Schönheit von Frauen einzufangen.
Beurteilung: 7.0 (0-10)
Livia begegnet Helmut während einer Theatervorstellung. Dieser unglaublich attraktive Offizier hat einen göttlichen Körper und er ist so charmant wie der Teufel in Person. Er verführt sie und sie erliegt seiner umwerfenden sexuellen Ausstrahlung. “Ich spürte sein Verlangen zwischen meinen Beinen.”
Dieser Film fasziniert von Anfang an. Nackte Körper werden nicht vermieden, sind aber nie vulgär, eher subtil, ab und zu sogar witzig. Durch die sinnliche Kameraführung entsteht eine schöne erotische Spannung. Wundervoll verfilmt wird, wie Helmut seiner Livia die Kleider mit den Augen von Leib reißt und wie seine wollüstig fühlenden Hände ihren Körper erkunden.
Eine bemerkenswerte Szene spielt sich auf dem Balkon ab. Livia wurde gerade von hinten von ihrem Gatten, für den sie lediglich noch Ekel empfindet, beritten. Völlig unbefriedigt bleibt sie allein auf dem Balkon und befriedigt sich selbst im Mondschein. Es hat den Anschein, dass die Kamera von ihren liebkosenden Händen geführt wird.
Man spürt die Leidenschaft in diesem Film wirklich hautnah. Wunderschön, wie Tinto Brass die Sinnlichkeit und die totale Hingabe der 41-jährigen Livia und dem 28-jährigen Helmut verfilmt. Besonders schön ist die erotische Szene unter Wasser. Übrigens ist auch in diesem Film die Faszination von Tinto Brass für weibliche Pobacken wieder überdeutlich erkennbar.
Skrupellos zeigt Brass die Scheinheiligkeit und den Opportunismus der Charaktere, nicht nur im Krieg, sondern auch in persönlichen Beziehungen.
Fazit: eine überaus sinnliche Liebesgeschichte voller Leidenschaft. Bemerkenswert ist vor allem der Voyeurismus der Kamera, der jeder Bewegung einen erotischen Charakter verleiht.
Das Ende des Films, wenn Livia buchstäblich die nackte Wahrheit über ihren Liebhaber entdeckt, ist unabwendbar. Absolut empfehlenswerter Film für Frauen, die wohl die Erregung, nicht aber Porno genießen wollen.
Erregungsfaktor: angenehm warm
Spieldauer: 122 Minuten
Musik: Ennio Morricone
Regie: Tinto Brass, Italien 2003
Beurteilung: 7.0 (0-10)
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