Ein interaktiver Workshop für Frauen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Gibt es Filme, die Frauen ein angenehmes, kribbelndes Gefühl im Unterbauch besorgen? Wann finden Frauen einen Sexfilm angenehm und erregend?
In dieser Zeit, da es den Anschein hat, dass Frauen im Leben für sich selbst entscheiden können, wird der Bereich von Erotik und Sex immer noch schmählich vernachlässigt. Die Welt des kommerziellen Sex und des Pornofilms bleibt zumeist eine Männerdomäne. Hier begegnen wir meistens nur Frauen, die lediglich an die althergebrachte Männerfantasie appellieren: immer geil und immer willig. Geh in eine x-beliebige Videothek und nimm dir einen x-beliebigen Pornofilm.
Deshalb suchte "Sexfilme für Frauen" Filme, die Frauen wohl ansprechen und die Frauen wohl erregen können. Seit mehr als 6 Jahren trifft sich die Videoredaktion von "Sexfilme für Frauen" einmal pro zwei Monate und schaut sich einige Filme an. Und das hat sich gelohnt. Die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen hat sogar manches Juwel zutage gefördert. Diese finden sich in den Besprechungen auf www.sexfilme-fuer-frauen.de.
Wir präsentieren einen solchen Sexfilme für Frauen-Film-Nachmittag für eine größere Gruppe von Frauen, weil wir auch sehr neugierig sind, was andere Frauen von den Filmen halten. Hierfür haben wir einige Fragen vorbereitet und wir zeigen ein paar heiße Filmfragmente. Durch eine Abstimmung und die Reaktionen der Frauen im Saal wollen wir Antworten auf folgende Fragen bekommen:
- Gibt es Sexfilme, die Frauen ansprechend finden und die sie erregen?
- Welche Kriterien sollten die Sexfilme erfüllen?
Es wurden folgende Filmfragmente gezeigt:
| Film 1: | ‘Anna’s Mates’, Teil 3 von Anna Span |
| Film 2: | ’Le voyeur’ von Tinto Brass |
| Film 3: | ‘Les secrets du Kamasutra’ von Christophe Mourthé |
| Film 4: | ‘9 Songs’ von Michael Winterbottom |
| Film 5: | ‘Euroglam Budapest’ von Ninn Worx |
Die Ergebnisse:
Bemerkungen, die immer wieder gemacht wurden:
Immer wieder wurde bemerkt, dass der Blick zu viel auf die Frau gerichtet war und zu wenig auf den Mann. Diese Bemerkung wurde immer wieder bestätigt. Außerdem fand man, dass männliche Darsteller einigermaßen attraktiv sein sollten. Im zweiten Film sehen wir den Mann zwar, aber das Hauptaugenmerk richtet sich doch auf die Frau. Der Mann ist zwar attraktiv, aber sehr passiv.
Die Frauen wollen also, dass mehr auf den Mann fokusiert wird, dass seine Psychologie und seine Erregung und Erektion gezeigt wird. Außerdem sollte es sich um einen attraktiven Mann mit einer natürlichen Ausstrahlung handeln.
Bei den ersten vier Filmen fiel das Urteil ‘widerlich’ kaum. Das bedeutet, dass unsere Auswahl schon ziemlich gelungen war. Nur der fünfte Film bekam oft die Beurteilung ‘widerlich’. Dies war eben auch ein Fragment aus einem Mainstream Pornofilm, obwohl er mit einer gewissen Aufmerksamkeit für glamouröse Ausstrahlung und Ausführung gedreht worden war. Es ist klar, dass sich Frauen von den meisten Mainstream Pornofilmen nicht gut bedient fühlen und dass wir uns auf die Suche in der alternativen Filmszene oder in Spielfilmen mit erotischem Inhalt machen müssen.
Des Weiteren machen die Abstimmung (Bester Film ist Film Nummer 3) und die Reaktionen des Damenpublikums klar, dass Sexszenen durchaus explizit verfilmt sein dürfen. Es besteht bei den Frauen wenig Widerstand gegen Nahaufnahmen von Genitalien. Sie müssen jedoch stilvoll und abwechslungsreich sein und der Aufbau muss einen gewissen Spannungsbogen aufweisen.
Wichtig ist ebenfalls, dass Leidenschaft und Anziehungskraft der beiden Personen in einem spannenden Handlungsverlauf zum Ausdruck gebracht werden.
Die Frau sollte außerdem einen natürlichen Eindruck machen und keine Barbie-Puppe mit aufgeblasenen Brüsten sein. Die Frau muss sich nicht unbedingt in die Darstellerin versetzen können. Es braucht nicht der Typ Nachbarmädchen zu sein, sie darf ruhig ihre natürliche Schönheit haben.
Dass ein Sexfilm für Frauen eine durchgehende Story haben sollte, wurde bei diesem Treffen nicht bestätigt. Eher wurde bestätigt, dass sie nicht nötig ist, um Frauen zu fesseln und zu erregen.






