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Erotischer Film und sexuelle Erregung bei Frauen

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Eine Studie von Ellen Laan (1992-1995)

Obwohl die Untersuchungen von Ellen Laan (einer niederländischen Wissenschaftlerin, die die Sexualität von Frauen erforschte) schon wieder einige Jahre alt sind, sind sie in der niederländischen Forschung einzigartig. Deshalb ist es auch jetzt noch interessant, ihre Befunde zu studieren. Sie hat nämlich untersucht, wie Frauen auf Sexfilme, Pornofilme, erotische Filme, Bilder und Geräuschaufnahmen reagieren.

Aus ihrer eigenen Einleitung:
Was meinen Frauen, wenn sie sagen, sexuell erregt zu sein? Sagt es etwas über ihre Stimmung oder deutet es darauf, dass sie Sex haben wollen? Geben sie an, dass sie die Situation, in der sie sich befinden, mögen oder beschreiben sie, was mit ihrem Körper passiert? In einer Reihe psychophysiologischer Experimente wurde gezeigt, dass die stärkere Durchblutung der Scheidenwand nur in geringem Maße mit Gefühlen der sexuellen Erregung zu tun hat. Frauen nutzen vor allem die situationellen oder Stimulusinformationen bei der Einschätzung ihrer subjektiven sexuellen Erregung. Außerdem scheint die genitale Erregung teilweise eine unwillkürliche Reaktion zu sein, die nicht als Zeichen der tatsächlichen sexuellen Erregung aufgefasst werden darf.”

In einer Vielzahl von Sitzungen hat Ellen mehrere Aspekte erforscht. Immer aber hat sie sowohl die physische Erregung in Form der Durchblutung der Scheidenwand gemessen als auch die subjektive Erfahrung von Erregung der Frauen mittels Fragebögen erfragt. Überraschendes Ergebnis ihrer Forschung war, dass die physische Erregung (das feucht werden der Scheide) kein ausschlaggebender Indikator für die tatsächliche sexuelle Erregung war. Nur die subjektive Empfindung der Frau, die also selbst angibt, sexuell erregt zu sein, war ausschlaggebend. Für diese Experimente hat Ellen Filmfragmente, Aufnahmen von vorgelesenen Geschichten und erotische Abbildungen verwendet oder ließ sie die Frauen selber fantasieren.

Bemerkenswert war, dass Filmfragmente von Pornofilmen oder erotischen Filmen die stärksten Reaktionen von sexueller Erregung hervorriefen, viel mehr als Abbildungen, vorgelesene Geschichten oder eigene Fantasien. Interessant ist außerdem, dass sie auch die unterschiedlichen Reaktionen auf Männer-Pornofilme und Frauen-Pornofilme untersucht hat. Vor allem dieser letzte Aspekt wird oft zitiert, leider aber auch sehr oft falsch interpretiert. Zuallererst sollte aber klargestellt werden, was Männer-Pornofilme oder Frauen-Pornofilme genau sind.

Darüber sagt Ellen Folgendes:
"Bis vor Kurzem wurde die Pornoindustrie vor allem von männlichen Produzenten und Regisseuren dominiert, die mit ihren Filmen ein männliches Publikum bedienten. Ende der achtziger Jahre kamen Filme von weiblichen Filmemachern, in denen eine weibliche Darstellerin die sexuelle Initiative ergreift und in denen der sexuelle Genuss der Frau eine wichtige Rolle spielt. Diese letzte Kategorie nennt sie in ihrer Untersuchung den 'Frauenfilm'."
Sie hat sehr wohl feststellen können, dass Frauen auf diese beiden Filmarten unterschiedlich reagierten. Bemerkenswert war, dass Frauen bei beiden Filmarten Zeichen physischer Erregung zeigten (also eine feuchte Scheide bekamen). Eben dieses Ergebnis wird nun oft fälschlicherweise zitiert, und zwar nach dem Motto: “Na, wer sagt’s denn, auch Männerpornos erregen Frauen
”.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Frauen gaben an, emotional sehr unterschiedlich auf die Filmarten zu reagieren. Gerade die subjektive Erfahrung von Erregung ist nämlich - wie wir gerade gesehen haben - von größter Wichtigkeit. Frauen reagierten positiv auf Frauen-Pornofilme und gaben an, sehr wohl sexuell erregt zu sein. Im Gegensatz dazu gaben sie an, sich beim Sehen von Männer-Pornofilmen eher unbeholfen, unwohl und beschämt zu fühlen. Diese Filme riefen negative Emotionen hervor.

Ellen Laan hat mehrere Beiträge über ihre Forschung in der niederländischen Zeitschrift ‘Tijdschrift voor seksuologie’ veröffentlicht. (in niederländischer Sprache)
http://www.tijdschriftvoorseksuologie.nl/archief/tvs1995-01a.htm#e
Weiter Quellen zur Forschung von Ellen Laan: (in niederländischer Sprache)
Expliciete erotische prikkels: het lijf reageert maar het gevoel zegt nee (= Ausdrückliche erotische Stimuli: der Körper reagiert, aber das Gefühl sagt ‘nein’)
Je hebt zin in seks doordat je seks hebt (= Man hat Lust auf Sex, weil man Sex hat)
Seksuele opwinding bij vrouwen (= Sexuelle Erregung bei Frauen)
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/05/Orgasmus.xml


Weiter lesen über Sexuelle Erregung bei Frauen:

Lilli: Sex ist lernbar: Die Sexualität der Frauen
Netdoktor: Die sexuelle Erregung der Frau
Der spiegel: Kleiner Unterschied der Erregung

 

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