Im New Age-Denken, das sich auf Tantra und Taoismus begründet, führt Sex auf direktem Weg zur geistigen Erleuchtung. Einigermaßen tantenhafter und belehrender Film, mit starkem amerikanischem Charakter. Trotzdem noch einigermaßen inspirierend.
Beurteilung: 6.2 (0-10)
Ein didaktischer Sexfilm sollte in erster Linie lehrreich sein, ganz sicherlich nicht erotisch. Sollten die Zuschauer lustvolle Momente erleben, dann besteht das Risiko, dass sie nach der sexuellen Befriedigung den Film abschalten, trotz oder gerade wegen des didaktischen Charakters dieses Filmes.
Regisseurin Cynthia Connop verliert den roten Faden bei der Produktion von ‘The Secrets of Sacred Sex’ nie aus dem Auge. Fünf Ehepaare gönnen uns einen Blick in ihr Liebesleben, wodurch auch die Zuschauer niveauvolles Lieben lernen können. Durch Berührung, Atmung, Tanz und dem Aussprechen von warmen Liebesgefühlen, die die Paare für einander empfinden, können die Zuschauer neue Dimensionen ihrer Intimität entdecken.
Ein Satz wie “Danny, ich verehre den Shakti in dir”, wird von Danny lächelnd mit “und ich verehre die Shiva in dir” beantwortet. Dann erfolgt ein gemeinsamer, zierlicher Schwanentanz. Der Zuschauer muss hier ziemlich wohlwollend drauf sein, denn Szenen wie diese könnten ebenso gut eine gewisse aggressive Reaktion hervorrufen. Wenn die zuckersüße Stimme des Kommentators eines der Paare bittet “bis tief in die Geschlechtsorgane zu atmen”, muss man schon ziemlich hartgesotten sein, um den Rest des Films nicht aus einer gewissen Kultperspektive zu genießen.
Kernbegriffe in diesem Film sind Harmonie, Entspannung, Massage, Chakren streicheln, geben und empfangen. Die Filmbilder sind sehr soft und können durch das weiche Lächeln und die gegenseitigen Bestätigungen ziemlich irritieren. Zwischen den Szenen erzählen die Paare, was ihnen diese Form von Sex für ihr Liebesleben gebracht hat: nur Gutes.
Der zweifelhafte Höhepunkt dieses Filmes wird erreicht, wenn von der untergeordneten Rolle der Geschlechtsorgane in diesem hohen Liebesspiel gesprochen wird. Um eins werden zu können, braucht der Penis nicht unbedingt erigiert zu sein. Man kann ihn auch in schlaffem Zustand einführen, wodurch das Liebesspiel noch länger dauert und noch intimer zu sein scheint. Ist dies ein guter Rat von Verzweifelten? Erschlägt diese Form der Liebe nicht jeden geschlechtlichen Reiz?
Trotz allem spürt man, dass die Macher dieses Films aufrichtige Intentionen hatten. Es ist auch bestimmt ziemlich schwierig, einen 75 Minuten dauernden Film mit lauter weicher, tief empfundener Liebe, der auch noch didaktisch zu verantworten ist, zu machen. Außerdem kann dieser Film Paaren, die nie weiter als ‘Bonobo’ gekommen sind, die Augen auf überwältigende Weise öffnen. Wegen dieser lobenswerten moralischen Einstellung, aber auch nur deshalb, verdient ‘The Secrets of Sacred Sex’ doch noch 6 von 10 Punkten.
Kategorie: Didaktische & Aufklärungsfilme
Regie: Cynthia Connop, Australien 1991
Beurteilung: 6.2 (0-10)
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